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Bistum Fulda

Seelsorge in der Corona-Krise: Schwierige Abwägungsprozesse

Bistum Fulda: "Abschirmung so belastend wie die Infektionsgefahr selbst"

Fulda / Kassel / Hanau. Auch mit Blick auf neue Rekordwerte bei Corona-Infektionen und die weiter wachsende Zahl von Patienten, die deshalb in Kliniken und auf Intensivstationen behandelt werden müssen, wollen die Kirchen ihre Seelsorge-Angebote in Krankenhäusern und Pflegeheimen aufrecht erhalten. Auf die damit verbundenen, schwierigen Abwägungsprozesse hat das Bistum Fulda in einer am Sonntag (15.11.) verbreiteten Medieninformation aufmerksam gemacht: "Der Schutz von kranken, alten, betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen vor Infektion hat oberste Priorität. Doch zugleich sind gerade diese Menschen auf zwischenmenschliche Kontakte angewiesen und leiden in besonderer Weise unter Kontaktbeschränkungen und fehlender Berührung." In einem Brief an die Verantwortlichen von Kliniken und Pflegeheimen schreibt der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber: "Es ist unbestritten, dass durch Besuchsverbote oder stark eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten die psychische und physische Befindlichkeit von Menschen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern erheblich beeinträchtigt wird. Ihre Abschirmung war und ist also genauso belastend wie die Infektionsgefahr selbst." 


Bischof Gerber: "Aufsuchende Seelsorge muss möglich bleiben"

Mit Blick auf diese schwierigen Abwägungsprozesse zwischen den Erfordernissen des Infektionsschutzes auf der einen Seite und den psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen der Menschen auf der anderen Seite bietet der Bischof von Fulda Unterstützung durch ethisch geschulte Seelsorgerinnen und Seelsorger an. Zudem verweist er in dem Schreiben darauf, "dass der Dienst unserer Seelsorgerinnen und Seelsorger in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ausdrücklich erlaubt ist". Hessens Landesregierung ermögliche dies in der aktuellen Fassung der zweiten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus [Lesefassung vom 2.11.2020 / in § 1 (2) und § 1b (3)]: "Seelsorgerinnen und Seelsorger gelten demnach nicht als Besucherinnen und Besucher, sondern ihnen ist – analog zu den anderen Mitarbeitenden – der Zugang zu Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern und zu den in Pflegeeinrichtungen lebenden Menschen unter den geltenden Hygieneschutzmaßnahmen zu gewähren." Deshalb bitte Bischof Gerber "herzlich und mit Nachdruck", mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern ins Gespräch zu kommen und zu klären, unter welchen Hygieneschutzmaßnahmen diese "aufsuchende Seelsorge" möglich ist: "Unsere Seelsorgenden sind damit vertraut, Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen zu begleiten, ihnen Raum für Gespräch, Gebet und rituelle Handlungen zu eröffnen und ihnen im Prozess des Sterbens zur Seite zu stehen." In Andachten und Gottesdiensten könnten Menschen auch mit Abstand und unter Beachtung der Hygieneregeln zusammenkommen, Gemeinschaft erleben und Kraft im Vertrauen auf Gottes Gegenwart schöpfen."


"Aushalten von Grenzerfahrungen - Suche nach neuen Möglichkeiten"

Seelsorge-Präsenz und die Möglichkeit zu Gesprächen und Begegnungen ("face-to-face") sind nach Überzeugung des Bischofs von Fulda auch in diesen Zeiten der Coronakrise "unverzichtbar – für die kranken, alten, betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen zuallererst, aber ebenso für ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden in den Einrichtungen." Die Kirche ermutige deshalb zu Kooperationen, "die dazu beitragen, Menschen gut durch diese schwierige Zeit zu begleiten." In einem weiteren Schreiben an das Seelsorgepersonal in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern auf dem Gebiet des Bistums Fulda formuliert der Bischof: "Nicht wenige Bewohnerinnen und Bewohner erfahren einmal mehr die Einsamkeit, gerade im Fall von Demenz auch in einer Situation, in der sie die Auswirkungen der Pandemie selbst kaum begreifen können. Hier leisten Sie als Seelsorgerinnen und Seelsorger einen sehr wichtigen Beitrag. Oft werden Sie in Situationen sein, in denen Sie sagen: Das ist jetzt der Ernstfall von Seelsorge schlechthin!" Deshalb dankt Gerber des Seelsorgenden für diesen Dienst - "für das Aushalten von Grenzerfahrungen und die Suche nach neuen Möglichkeiten. Sie geben damit Menschen eine neue Perspektive." In einer Zeit, in der Abstand geboten ist, seien Seelsorgende durch den gemeinsamen Auftrag vom Evangelium her verbunden. 


15.11.2020


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Redaktion: Robert Eberle

 

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