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Bischof Gerber zu Herausforderungen von Kirche, Politik und Gesellschaft
Bischof Gerber zu Herausforderungen von Kirche, Politik und Gesellschaft
 
 

Ungewissheit aushalten und im Dialog bleiben

Bischof Gerber zu Herausforderungen von Kirche, Politik und Gesellschaft

Die Welt ist unübersichtlich geworden: Zusammenhänge sind vielschichtig und häufig schwer zu erfassen. Umso mehr komme es darauf an, Polarisierungen zu überwinden und auch die Argumente Andersdenkender anzuhören, betonte Bischof Dr. Michael Gerber am Freitag während des Pontifikalamtes zu Silvester im Hohen Dom zu Fulda. Kirche, Politik und Gesellschaft seien herausgefordert, hinzuschauen und die Stimme zu erheben, denen, die in Gefahr sind zu helfen und es auch auszuhalten, dass es oft keine einfachen Antworten gibt.

Am Ende eines bewegten Jahres erinnerte Bischof Dr. Michael Gerber im Hohen Dom zu Fulda an die vielen Gefahren- und Rettungsgeschichten der vergangenen Monate und an jene, die anderen dabei als Helfer in der Not zur Seite standen: Sei es den Geflüchteten aus Afghanistan und Syrien oder den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Angesichts der Corona-Pandemie nannte er besonders auch die vielen Menschen, die in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und auf den Intensivstationen ihren Dienst tun.

 

Hinschauen und helfen

„Als Kirche sind wir herausgefordert, wachsam auch in den „Grenzregionen“ menschlicher Existenz genau hinzuschauen, unsere Stimme zu erheben und vor allem helfend zur Seite zu stehen,“ betonte Gerber. Etwa, wenn heimatlose Menschen zum brutalen Machtkalkül skrupelloser Potentaten werden oder wenn gesellschaftliche und politische Debatten um den Schutz des menschlichen Lebens geführt werden – besonders an seinem Anfang und seinem Ende.


Dabei rief der Bischof von Fulda zur Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Kräften, politischen Institutionen und freien Initiativen auf: „Wir müssen Hand in Hand zusammenarbeiten“, sagte er.

 

Ökumenische Erfahrungen

Dankbar zeigte Gerber sich auch für die vielen ökumenischen Erfahrungen und Projekte mit der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, etwa im Rahmen des ökumenischen Kirchentags: „Da ist Vertrauen gewachsen zu Bischöfin Hofmann und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie auf der Ebene der Pfarreien“, sagte Gerber.

Die Situation, in der wir uns befinden, sei alles andere als einfach, betonte Gerber: „Klimawandel, Pandemie, das Erstarken autoritärer Staatsformen, Migration, die Unterschiede zwischen Arm und Reich – all diese Phänomene stehen in Wechselwirkungen zueinander, ohne dass wir die Wirkgeschichten vorhersehen könnten.“ Auch in der Kirche stünden gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, Erfahrungen mit dem Missbrauch, kirchliche Strukturen und Entscheidungen in einer solchen Wechselwirkung zueinander.

 

Zukunft der Demokratie

Die Versuchung liege nahe, hier einfache Antworten zu konstruieren, mahnte der Bischof von Fulda. Für ihn komme es aber entscheidend darauf an, Wirklichkeiten differenziert zu erfassen und auszuhalten, dass es auf viele Fragen unserer Zeit keine einfachen Antworten gibt.


„Die Zukunft unserer Demokratie wird sich wesentlich daran entscheiden, wie viele Menschen bereit sind, differenziert wahrzunehmen, in Alternativen zu denken, Komplexität und damit auch ein gutes Stück Ungewissheit auszuhalten“, betonte Bischof Gerber. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zwar kritisch zu begleiten, ihnen angesichts der großen Ungewissheiten aber auch zuzugestehen, Entscheidungen zu treffen, deren Wirkung nur sehr begrenzt eingeschätzt werden können.

 

Im Dialog bleiben

Das gelte auch für die Kirche auf der Suche nach Wegen des Glaubens in einer postmodernen, multioptionalen und freiheitlichen Gesellschaft, so Gerber: „Wir sind herausgefordert, miteinander zu ringen – sei es im Kontext des Synodalen Weges, bei der Synode auf weltkirchlicher Ebene oder in anderen Zusammenhängen.“ Dabei komme es vor allem darauf an, „wie wir hier miteinander ringen, in welcher inneren Freiheit, Klarheit Aufmerksamkeit, ehrlicher Suche und Respekt voreinander“, betonte der Bischof von Fulda.

 

Vorbild dank Differenzierung

Für die Sterndeuter, die dem Matthäusevangelium zufolge zum neugeborenen Jesus kamen, habe es damals keinen anderen Weg gegeben als den, auch mit den Unbequemen, den Andersdenkenden sowie Andershandelnden in Dialog zu treten und auf ihre Erkenntnisse nicht zu verzichten, so Gerber. „Auch dort, wo Menschen Werte und ein Weltbild vertreten, das dem unseren so verschieden ist, ja sogar dort, wo wir sie als Bedrohung erleben, können sie eine unverzichtbare Botschaft für uns haben“, betonte Bischof Gerber. Wenn uns diese Differenzierung auch gelänge, dann könnte Kirche ein Vorbild sein für so manche gesellschaftliche Debatte, betonte der Bischof.

 

Sicher und verantwortungsvoll

Wegen der Corona-Pandemie fand auch der Silvester-Gottesdienst unter strengen Hygiene-Regeln statt. Die Besucher mussten sich vorher anmelden und registrieren lassen, Masken auch während des Pontifikalamtes tragen und die vorgeschriebenen Mindestabstände einhalten.


Wie zuvor schon die Christmette und die Weihnachtsgottesdienste wurde auch die Silvesterfeier im Hohen Dom zu Fulda live im Internet überragen.

 
 

Alle Bilder: Bistum Fulda / Dr. A. Müller

 

31.12.2021


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